
Sehr geehrte Frau Merkel,
Sie sind eine intelligente Frau. Aber die Ausschnitte Ihrer Rede anläßlich der Trauerfeier für die gefallenen Soldaten von Afghanistan lassen mich immer noch den Kopf schütteln. Und sie erinnert mich an Joschka Fischer’s Ausspruch in Richtung Bundestagsvizepräsident Stücklen.
Druck erzeugt Gegendruck! Das wissen Sie sicher noch aus Ihrem Studium. Die Behauptung, der Bundeswehreinsatz läge im dringenden Interesse unseres Landes, denn nur damit könne verhindert werden “dass Terroristen uns auch hier in Deutschland treffen” ist alleine unter diesem Aspekt einfach nur schlimm.
Schauen Sie doch zum Beispiel einmal in die Schweiz. Die hält sich schön neutral aus allem raus, verursacht also keinen Druck. Und dort findet auch kein Terrorismus statt. Außer Ihrem Ex-Kollegen, Herrn Steinbrück möchte auch niemand eine Truppe zum aufräumen dorthin schicken.
Warum schließt sich Deutschland diesem ganzen amerikanischen Lügengebäude an? Mittlerweile geben Sie (angeregt durch Herrn Guttenberg?) ja sogar zu, dass man “umgangssprachlich” von Krieg reden kann. Was soll das? Kriegseinsätze sind nicht durch unser Grundgesetz abgedeckt. Und warum betreiben Sie damit noch begriffliche Haarspalterei?
Wenn dieser Einsatz gegen das Grundgesetz verstößt, dann hat er keine Rechtsgrundlage. Da hilft kein Diskutieren, helfen keine schönen Trauerreden. Und es gibt auch keine diplomatische Verpflichtung gegenüber den Aliierten, die diesen Krieg aus höchst zweifelhaften Gründen begonnen haben. Bush sollte sich inklusive Rumsfeld und seiner ganzen Entourage in Den Haag verantworten.
Und wir sollten zum Buchstaben und zum Geist unseres Grundgesetzes zurückkehren.
Stefan Picard

Dienstag, der 13. April 2010 um 17:43
Recht haste´!!
Dienstag, der 13. April 2010 um 23:26
Es ist verabscheungswürdig, dass Frau Merkel und Herr von Guttenberg deutsche Männer am Hindukusch verheizen, die wiederum unschuldige Menschen dort umbringen. Wir hatten, haben und werden dort nichts zu suchen haben. Deutschland befindet sich einem völkerrechtswidrigen Krieg und jeden Tag, den sie dort länger bleiben, ist verabscheuenswürdig. Wenn Herr Böhmer in seinem Kommentar schreibt, es sei das geringere Übel, sehe ich darin ein gerüttelt Mass an Dummheit. Aghanistan hat uns nichts getan und uns nicht bedroht. Die USA haben die Taliban während der russischen Besatzung hochgezüchtet und finanziert und sie werden heute noch von mit den USA befreundeten Staaten finanziert. Und was Afghanistan mit dem 11. September zu tun haben soll steht bis heute nur fest, dass Bush ihn dringend als Alibi für seinen Krieg gebraucht hat. Doch was haben wir damit zu tun? Was es zu bekämpfen gilt, sind die Wafenhersteller und -verkäufer, die mit Sicherheit auch an den Waffen verdienen, mit denen die deutschen Soldaten umgebracht werden, und es ist verabscheungswürdig, dass Deutschland der drittgrößte Wafenexporteur der Welt ist.
Mittwoch, der 14. April 2010 um 07:46
Die Aussage “wir verteidigen Deutschland am Hindukusch” war und ist weiterhin Blödsinn. Wenn dort etwas verteidigt wird, dann nur das Leben unserer eigenen Soldaten und das EGO unserer Regierenden.
Was in Afghanistan in Sachen “Bedrohung” zu bekämpfen wäre ist der Drogenanbau (mit welchen Mitteln auch immer), Profitstreben (bessere Erträge der Bauern) rechtfertigt noch lange keine Beihilfe zum Massenmord. An der Stelle sind soweit ich weiß nur die Briten aktiv, unsere Truppen halten da schön still, könnte ja Missstimmung bei der Bevölkerung erzeugen.
Jeder kann mittlerweile sehen (selbst Präsident Karsai ist soweit), dass der NATO-Einsatz in Afghanistan dort keine tragfähigen neuen Lebensverhältnise schaffen wird. Sobald die westlichen Truppen raus sind werden leider sehr schnell die Taliban wieder die Oberhand gewinnen. Solange das Wertgefüge in Afghanistan und damit der Islam nicht “außér Kraft gesetzt” wird sind alle anderen Anstrengungen nur Mittel zum Übergang von einer Diktatur zur nächsten, wie das auch im Irak zu beobachten ist und einen solchen mit den Leben unserer Soldaten zu unterstützen halte ich für abartig.
Fazit:
Deutsche Truppen hatten und haben in Afghanistan nichts zu suchen. Die hehren Motive mit denen unser Soldaten dort sind und ihre Bereitschaft sich in Gefahr zu begeben in allen Ehren, aber hier wird mit den falschen Mitteln und Zielen agiert um Träume von unverbesserlichen Gutmenschen zu verwirklichen.
Mittwoch, der 14. April 2010 um 08:21
Sehr gut! Der Vergleich mit der Schweiz trifft voll zu! Danke, Stefan!
Mittwoch, der 14. April 2010 um 11:26
Klasse Thema & gute Anzeige,
Jeder Krieg wird die Negativspirale der Gewalt auf unserer Erde weiter in Schwung setzen; = weitere negative Gewalt sähen, das ist einfach nachzuvollziehen. Auch richtig ist, das wir weit gekommen sind, wenn wir es relativ Teilnahmslos hinnehmen, das unsere Grundgesetze, die unsere Väter und Mütter mit viel Blut bezahlt haben herabsetzen.
Wenn unsere Staatenlenker wirklich einen Knackarsch in der Hose hätten, würden sie fundiert darlegen was sich wirklich ändert!
Wenn wirkliche Verbesserungen für die Bürger dabei herausspringen würden … ich vermute jedoch, das es eher egoistische Handlungen sind, um einseitige Vorteile in den Menschenführungen umzusetzen.
Wo ist den unsere Freiheit, Gleichheit, Brüder- und Schwesterlichkeit geblieben?… hat sie sich versteckt, gibt es sie noch?
Vielen Dank für den guten Artikel Stefan
Mittwoch, der 14. April 2010 um 21:40
Heute Herr zu Guttenberg in einem Interview beim heute Journal (sinngemäß): Krieg findet zwischen zwei Staaten statt. Wir kämpfen aber nicht gegen Afghanistan.
Bei dieser Definition wäre er verfassungskonform.
Donnerstag, der 15. April 2010 um 05:57
Nach dieser Definition ist meines Erachtens allerdings Krieg:
Die “Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung” (AKUF) schlägt folgende Definition von “Krieg” vor:
In Anlehnung an den ungarischen Friedensforscher István Kende (1917–1988) definiert die AKUF “Krieg als einen gewaltsamen Massenkonflikt, der alle folgenden Merkmale aufweist:
1. an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte (Militär, paramilitärische Verbände, Polizeieinheiten) der Regierung handelt;
2. auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation der Kriegführenden und des Kampfes gegeben sein, selbst wenn dies nicht mehr bedeutet als organisierte bewaffnete Verteidigung oder planmäßige Überfälle (Guerillaoperationen, Partisanenkrieg usw.);
3. die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuierlichkeit und nicht nur als gelegentliche, spontane Zusammenstöße, d. h. beide Seiten operieren nach einer planmäßigen Strategie, gleichgültig ob die Kämpfe auf dem Gebiet einer oder mehrerer Gesellschaften stattfinden und wie lange sie dauern.
Kriege werden als beendet angesehen, wenn die Kampfhandlungen dauerhaft, d. h. für den Zeitraum von mindestens einem Jahr, eingestellt bzw. nur unterhalb der AKUF-Kriegsdefinition fortgesetzt werden.”
Vom eigentlichen Krieg unterscheidet die AKUF, den “bewaffneten Konflikt”, dem folgende Definition zu Grunde liegt:
“Als bewaffnete Konflikte werden gewaltsame Auseinandersetzungen bezeichnet, bei denen die Kriterien der Kriegsdefinition nicht in vollem Umfang erfüllt sind. In der Regel handelt es sich dabei um Fälle, in denen eine hinreichende Kontinuität der Kampfhandlungen nicht mehr oder auch noch nicht gegeben ist.
(Fundstelle: http://www.whywar.at/kriegsdefinitionen)
Donnerstag, der 15. April 2010 um 09:44
Wo Menschen gegeneinander mit Waffen sich bekämpfen ist diese Situation für mich immer ein Kriegszustand. Da gibt es nichts zu verharmlosen. Man kann ja sogar sich auch ohne Waffen “bekriegen”…Auf dem politischen Schauplatz wird das doch öfters vorgeführt und aus den “alten ( 2 Lager-) Zeiten” wurde sogar mal daraus der Begriff “Kalter Krieg” bezeichnenderweise dafür geprägt, damals als sich “Ost” und “West” bzw. Nato ./. Warschauer Paktstaaten unversöhnlich gegenüber standen. Wenigstens machte man da aber keinen Hehl daraus, sondern sprach offen eben vom “Kalten Krieg” und gab diese Situation wenigstens damit ehrlich zu, wogegen heute versucht wird, abzuwiegeln, zu verharmlosen; Krieg als “Nichtkrieg” zu bezeichnen, nur um eine Entschuldigung für im Grunde unentschuldbare, weil nicht zu begründende Handlungen zu finden…
Donnerstag, der 15. April 2010 um 09:56
P.S. …nur um eine Entschuldigung für im Grunde –> siehe bzw. laut unserem Grundgesetz!!! unentschuldbare Handlungen zu finden…
Donnerstag, der 15. April 2010 um 11:24
@Herrn Picard: Sehr gut!
Donnerstag, der 15. April 2010 um 16:16
P.S ll …von der ethisch/ menschlichen (christlichen) Seite her mal ganz zu schweigen …Da würde sich allein der Gedanke an Handlungen die mit Krieg zu tun haben könnten von vornherein und von selbst verbieten!