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Anreize, die funktionieren

reward

Wie gut ist eigentlich eine Belohnung in Geld als Anreiz für gute Leistung? In welche Richtung wirkt diese? Und gibt es möglicherweise bessere und wirksamere Anreize?

Hier finden Sie interessante Ergebnisse des MIT (Massachusetts Institute of Technology) , die Sie möglicherweise auch nachdenklich machen.

Grundsätzlich soll eine Belohnung ein Mehr des gewünschten Verhaltens  bewirken.

Tests haben ergeben, dass das funktioniert! Allerdings mit einer sehr großen Einschränkung. Es funktioniert nur bei allen mechanischen Arbeiten, bei denen keine besonderen kognitiven Fähigkeiten benötigt werden. Also bei allen Arbeiten, bei denen man  nicht viel denken muss.

Und jetzt kommt es: Bei allen Aufgaben, bei denen auch nur ansatzweise kognitive Fähigkeiten im Spiel waren, haben finanzielle Anreize zu schlechteren Ergebnissen geführt.

Das ist überraschend, werden doch unsere Manager, die ganzen Spekulantenheimer und auch “wichtige” Entscheider genau nach diesem Prinzip “motiviert”. An dieser Stelle sei noch die Bemerkung erlaubt, dass diese Untersuchung von der Federal Reserve Bank bezahlt, und in anderen Teilen der Welt mit den gleichen Ergebnissen durchgeführt wurde.

Wenn also diese Belohnung zu schlechteren Ergebnissen führt, was führt dann zu besseren Ergebnissen?

Dafür gibt es 3 Faktoren:

  1. Autonomie
  2. Können (Mastery)
  3. Sinn (Purpose)

Voraussetzung für das Einsetzen dieser Erfolgsfaktoren ist allerdings, dass die zu belohnenden Personen nicht über ihr Geld, sondern über den Job nachdenken, also ein mindestens befriedigendes Grundeinkommen haben.

Ein paar erklärende Worte zu den oben genannten 3 Faktoren

Autonomie entspringt dem Wunsch, selbstbestimmt zu sein. Selbstverständlich gibt es hier Zielkonflikte zu dem unternehmerischen Erfordernis, den Regeln zu entsprechen (compliance). Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz dieses Motivationsfaktors liefert die Softwarefirma ATLASSIAN. Die haben einmal im Quartal 24 Stunden, in denen die Mitarbeiter sich mit allem beschäftigen dürfen, was sie wollen. Einzige Bedingung: das Ergebnis der 24 Stunden wird dokumentiert. Es wird dabei Kaffee (oder Bier) getrunken, auch mal gesungen etc. aber im Zeitverlauf wurden mit dieser Methode hinsichtlich neuer Produktideen und Softwarefixes Ergebnisse erzielt, die man (nach Meinung des Unternehmens) sonst nicht erzielt hätte. Einmal im Quartal 24 Stunden Einsatz für mehr Motivation. Das klingt doch vertretbar, oder?

Können (Mastery): ist der Wunsch, bestimmte Sachen besser zu beherrschen. Es ist genau die Kraft, welche Menschen dazu treibt, am Abend oder Wochenende Instrumente zu spielen, Sport zu treiben, zu malen etc. Es gibt offenbar eine gewisse Erfüllung, die ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen kann. Gibt man den Menschen die Gelegenheit, diese Fähigkeiten auch im Job zu kultivieren, dann geht es nach vorne. Beispiele erfolgreicher Produkte, die von Menschen, welche eigentlich schon einen Job haben, ohne Bezahlung in die Welt gesetzt wurden und gepflegt werden, sind z. Bsp. LINUX, Apache, WIKIPEDIA. Noch Fragen?

Sinn (Purpose): jeder möchte einen Sinn in dem sehen, was er tut. Studien zeigen, daß schlechtere Ergebnisse erzielt werden, sobald das Profitmotiv von dem Sinnmotiv abgekoppelt wird. Die Produkte, Beratung, das Personal werden schlechter (!!!) - und damit die Präsenz und der Status des Unternehmens! Es macht durchaus Sinn sich Gedanken darüber zu machen, welchen Mehrwert wir eigentlich den Kunden bieten und diesen auch im Gesamtkontext unseres Unternehmensziels den Mitarbeitern entsprechend zu kommunizieren. Die Menschen mitnehmen statt einfach nur zu befehlen.

Dies ist die Zusammenfassung des (englischen) Videos, welches bereits HIER gepostet wurde. Es ist so wichtig, dass ich es für sinnvoll hielt, es (trotz vieler interessanter Themen, über welche diese Woche zu schreiben wäre) hier noch einmal schriftlich zusammengefasst habe. Für Sie und für mich selbst :-)

Viele Grüße

Stefan Picard


Stefan Picard (Dienstag, der 8. Juni 2010 / 10:18) | Permalink

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