

Saubere, unbelastete Kleidung? Das wünsche ich mir auch. Klamotten, die mich nicht vergiften. Gut aussehen dürfen sie auch. Und wenn sie noch “sozial verträglich” hergestellt wurden, umso besser. Das wünschen wir uns doch alle, oder?
Wie verträgt sich das dann damit, dass Konzerne wie Lidl, Real und andere Billigheimer eine solche Marktmacht haben? Die Bösen! Die machen gaaanz schlimme Dinge, lassen in China Menschen für ganz wenig Geld arbeiten. Die Bösen! Sieben Tage die Woche! Ohne soziale Absicherung! Mit Giftstoffen. Das muss man wirklich anprangern. Jawohl! Und das möglichst plakativ!
Mir kommt bei solchen Plakaten nichts anderes als das Kotzen. Warum passiert das denn? Es passiert, weil WIR das kaufen. Wären WIR bereit (oder imstande) die Leistung der “Anderen” fair zu bezahlen, und würden WIR das auch tun, dann würden sich andere Märkte entwickeln und ein Lernprozess würde einsetzen.
Wirtschaft versucht, Trends zu setzen, aber sie folgt auch den Trends. Und die Erfolgreichsten sind diejenigen, welche das am “Besten” umgesetzt haben, ergo welche den Käuferwillen am effizientesten in ihrem Angebot treffen.
Würden die Personen, welche hier agitieren, das Hemd für ein, zwei Euro teurer bei Lidl kaufen, wenn Bon Prix, Real etc. das dort billiger anbieten würde?
Die Bildausschnitte kommen übrigens von einer Seite, welche sich der sauberen Bekleidung gewidmet hat. HIER ist der Link dorthin. An sich eine wirklich gute Sache. Aber ich empfehle auch hier, einmal auf die Aufnäher der Bekleidung zu sehen. Meistens steht da dann auch “Made in China”, “…..Vietnam” etc. drin.
Ich habe nichts mit Lidl zu tun, weder im positiven als im negativen. Oh doch: ich finde deren Kaufmärkte einfach nur hässlich. Von innen und von außen. Ich gehe da nicht hin. Und ich stehe dem Gedanken der sauberen Kleidung deutlich näher als Lidl. Aber wenn einfach nur eindimensional und dumm argumentiert wird, dann muss man das sagen dürfen.
Im übrigen: auch Trendprodukte wie das iPhone werden unter diesen Bedingungen hergestellt. Warum? Die Antworten stehen oben!
Und wo wir gerade dabei sind: der chinesische Staat wird ganz nebenbei auf Kosten seiner Bevölkerung genau mit diesem Handel und diesen Produktionsbedingungen immer reicher und mächtiger. Warum? Tja, weil der Staat dort noch sein Volk beherrscht und nicht das Volk die Regierung (zumindest periodisch) einfach abwählen kann. Denn China finanziert ja zum großen Teil bereits Länder wie die USA. Wo kommt wohl das Geld dafür her?
Also: wie geht man mit diesen Missständen am besten um? Darauf hinweisen? Sicher. Aber in angemessener Form.
Die Lösung liegt bei uns. Andere Sachen kaufen und auch bereit dazu sein, diese Überzeugung mit seinem eigenen Geld zum Ausdruck zu bringen.
Der Kölner sagt: “Man muss auch jönne könne” (man muss auch gönnen können)

Donnerstag, der 1. Juli 2010 um 18:47
Hi Steffen!
Dieser Prozess dürfte leider Gottes nicht mehr aufzuhalten sein. Es wären neben den entsprechenden Informationskampagnen auch weltweite Einsicht, Akzeptanz und Bereitschaft sowie ausreichende finanzielle Mittel auf der Nachfrageseite nötig. Daneben wäre globales Solidaritätsbewusstsein, Bereitschaft zur Vermögensumverteilung und kaum ausgeprägtes Machtstreben unabdingbar. Das ist utopisch; daran scheiterte übrigens nach meinem Dafürhalten auch der Kommunismus.
Jeder Einzelne kann aber etwas zur Verbesserung der Situation tun: durch Informationsbeschaffung, deren Verbreitung sowie bewußtes Einkaufen, beispielsweise (für mich heißt das z. B.: kein Dell, kein Apple, kein HP, nix wall mart etc.) Getreu dem Motto: “Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!” (Dr. Ernesto “Che” Guevara de la Serna)
Herzlichst
Sigi
Freitag, der 2. Juli 2010 um 16:07
Zu Lidl, Penny und Co. bin ich noch nie gern und deshalb nur ganz selten bisher gegangen. Selbst Aldi zählt dazu, obwohl man ja immer wieder Gutes über diesen Laden hört. Warum, darüber hatte ich in der Vergangenheit noch nie so richtig nachgedacht gehabt. Es war halt mehr aus einem unbestimmten Gefühl heraus…nicht dorthin einkaufen gehen zu wollen. Ich hasse einfach Grosseinkaufzentralen und ” Billig-/ bzw. Ramschmärkte” ebenso wie ich “Unechtes” bzw. Fakes “nicht haben kann”. Seit Jahren versuche ich das Leben so einfach und so überschaubar wie möglich zu gestalten und das gilt für alle Bereiche, vor allem aber auch für den Konsum. Und so wird eben nur das gekauft, was wirklich gebraucht wird. Meine Kinder sind z.B. ohne Gamboy und Handy und was weiss ich noch alles gross geworden –> dafür aber mit viel Natur und Freiheit und sie tragen grösstenteils gebrauchte, dafür aber gute und Markenklamotten . Geschadet hat es ihnen nicht, im Gegenteil. Ich brauche bis heute keine Kämpfe über dieses oder jenes neue Teil, “was man unbedingt haben muss” ….ausfechten. Ganz bewusst und auch um des Receyclinggedanken wegen habe ich das so gehalten. “Altes Gutes”, muss nicht wegeworfen werden, nur weil es nicht mehr passt bzw. gefällt, sondern wird wiederverwendet und man trägt Wohlfühlqualität (!) zum günstigen Preis. Zudem haben die Kleidungsstücke aus “älteren Zeiten” oftmals eine bessere Qualität und sind wesentlich weniger schadstoffbelastet als das Zeugs aus China heutzutage. Mir wird ja schon von dem Geruch, der den Sachen entströmt, schlecht. Sowas kann man doch nicht kaufen geschweige denn anziehen oder erst dann, wenn man es paarmal durchgewaschen hat?! Dann ist es zwar aus der Wäsche raus, hat aber das Abwasser wieder damit belastet
–>Also besser erst garnicht kaufen.
Natürlich gibt es auch qualitativ gute und hochwertige Ware, die halt aber ihren und zugebenermassen oft überzogenen Preis hat. Nur, kauft man wenig und nur soviel, wie man braucht, kann man auch das bezahlen. Ausserdem, man muss ja nicht jedem Modetrend hinterher rennen und kann trotzdem gut gekleidet gehen