Der Atomausstieg ist beschlossen. Vorerst steht fest, dass der letzte Meiler 2022 vom Netz geht. Wenn alles gut geht, erlebe ich das sogar noch. Was ich aber nicht erlebe - und auch keiner von Ihnen, das sind die Spätfolgen, das, was mit dem Atommüll passiert. Halten die Lagerstätten über Tausende von Jahren usw.
Die Grünen sind ja der Meinung, es könnte auch bis 2017 klappen mit dem Atomausstieg. Klasse wäre das. Ich nehme aber an, dass sie sich da wieder selbst auf den Füßen stehen werden, wenn es um neue Stromtrassen etc. geht. Frei nach dem St. Floriansprinzip: Heiliger St. Florian, verschon’ mein Haus, zünd’ andere an. Die Boris Palmers und andere Wichtigtuer werden schon dafür sorgen, dass die selbstgesteckten Zeitziele ins Wanken kommen. Hoffentlich gibt es gute Lösungen, wie zum Beispiel die Nutzung des Stromnetzes der Bahn usw., die uns helfen, mit möglichst wenig Eingriffen in die Natur eine gute Stromversorgung zu etablieren.
Die Aktien der AKW-Betreiber sinken gerade. Das ist wahrscheinlich eine nur kurzfristige Reaktion. Von außen betrachtet: Die AKW Betreiber kennen das Geschäft, sie haben Leitungsnetze. Sie haben Lobby. Und sie wissen mehr über die neuen Technologien als wir Otto Normalverbraucher. Ach ja, und die Mittel haben sie auch.
Also, in deren Situation liegt es doch nahe, “einen auf Gysi zu machen” und meine “Partei” in die demokratische Linie, sprich regenerative Energieschiene zu bringen. Da wird es zwar sicher auch wieder Leute geben, die meckern. Und ich könnte mir auch vorstellen, dass die besser wissen, wie man dem Volk das Stromgeld aus der Tasche zieht, weil sie eine etablierte Lobby haben. Ich traue diesen Firmen allerdings auch zu, diese Energiewende am schnellsten umzusetzen und am Schluss wieder am Hebel zu sitzen. Bürgerenergieparks usw. präferiere ich zwar eindeutig, aber ich glaube nicht, dass wir das flächendeckend hinkriegen.
Es wird spannend in mehrerer Hinsicht. Schauen wir mal
Barack Obama’s Fahrer hatte in Irland ein wenig Pech. Wie ein gestrandeter Wal blieb die Präsidentenlimousine sozusagen in der Hofausfahrt der amerikanischen Botschaft in Dublin stecken.
Aber nach einiger Zeit war der gepanzerte Wagen auch ohne Greenpeace wieder befreit
Zwei Sachen sind in den letzten 14 Tagen passiert, die, stellvertretend für viele andere, aus meiner Sicht die Grenzen des Rechtstaats aufzeigen. Bin Laden und Demjanuk.
Der Eine, ein Terrorchef, wurde erschossen. Der Andere, ein verurteilter Nazi-Scherge (wenn auch höchstwahrscheinlich nur ein kleines Rad im Getriebe) zu fünf Jahren verurteilt - und ist jetzt frei. Paradox.
Im ersten Fall streitet man sich darüber, ob die Tötung des Osama Bin Laden durch die Navi Seals durch Völkerrecht gedeckt ist oder nicht. Wie in meinem Beitrag von vorletzter Woche bereits geschrieben, halte ich seine Tötung einerseits für richtig. Andererseits zweifle ich daran, dass das angewandte Mittel rechtlich sauber war.
Das Gleiche gilt übrigens für meine Skepsis darüber, ob damit einer Gerechtigkeit “Genüge getan” wurde, oder dass die Angehörigen der Opfer wirklich dauerhaft Erleichterung verspüren. Diese Erleichterung entspringt einem Rachegedanken (oder Sühnegedanken, was ist eigentlich wirklich der Unterschied?). Ich zweifle daran, dass dieses Gefühl tief und nachhaltig ist.
Bei Demjanuk haben wir eine ähnliche Situation: nach dem Urteil haben einige Angehörige, deren Eltern im Zusammenhang mit den Verbrechen, an denen Demjanuk generell beteiligt war, Befriedigung geäussert. Da sind aber zwei Faktoren übersehen worden:
Selbst wenn Demjanuk in dem betreffenden Lager tätig war: Ist auch sicher, dass er selbst als Person mitgewirkt hat gerade bei den betreffenden Schicksalen? Ist insofern also eine individuelle Schuld qualifiziert und verurteilt? Oder fühlt man sich “erleichtert”, weil die Sache selbst verurteilt wurde, auch wenn es konkret nicht die eigenen Angehörigen waren, denen er geschadet hat?
Demjanuk ist 91. Sein Anwalt hat Rechtsmittel eingelegt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Und Demjanuk bleibt so lange ein freier Mann, bis der Revisionsprozess abgeschlossen ist. Bei seinem Alter und der Laufzeit eines solchen Prozesses wird er also höchstwahrscheinlich frei bleiben. Wenn ich richtig informiert bin, gibt es in Deutschland einen Rechtsgrundsatz, nach dem eine Gefängnisstrafe nur so lange sein darf, dass der Verurteilte noch die Chance hat, das Gefängnis lebend zu verlassen. Die nächste Instanz wird also zwangsläufig ein milderes Urteil fällen müssen - falls es überhaupt dazu kommen sollte.
Ist es dann einfach nur das gefällte Urteil, welches die Erleichterung verschafft - ohne die tatsächliche Konsequenz für den Mann? Seine “Konsequenz” hat er in den letzten beiden Jahren Untersuchungshaft gehabt.
Was bringt in diesem Fall eine “Erleichterung”, “Genugtuung” oder was auch immer?
Aus Sicht des Rechtsstaates ist vermutlich alles normgerecht abgelaufen, verurteilt ist er. Aber er ist ein freier Mann.
Und: wem dient man tatsächlich damit, mehr als 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs das Thema noch einmal aufwändig auf den Richtertisch zu bringen? Wäre dieser Mann wichtig genug gewesen, hätte sich der Mossad seiner bereits angenommen, wie das im Falle Eichmann ebenfalls geschehen ist. Ebenfalls (zunächst) über die Grenzen eines Rechtsstaats hinaus.
Nur zur Klarstellung: ich verurteile die Nazitaten aufs Allerschärfste, und hoffe, dass dieser Prozess der letzte Naziprozess war, dem ich medientechnisch nicht entweichen konnte.
Am Samstag ist es wieder soweit. Eurovision Song Contest! “Unsere” Lena hat ja letztes Jahr überraschend gewonnen. Und kurz danach stand für die Verantwortlichen fest, dass, wenn einer das Ding nochmal nach Hause schippert, es nur Lena Meyer-Landrut sein kann.
Konsequenterweise trat sie dann auch bei der Vorauswahl nur gegen sich selbst an. Und gewann! (Hat man nicht auf diese Weise früher in der DDR Die Partei gewählt?)
Die Künstlerin kann dabei fast nur verlieren. Bei wasweissichwievielen Teilnehmern noch einmal Platz 1 zu schießen ist mehr als unwahrscheinlich.
Ohne böse Gedanken frage ich ich, was da in den Köpfen der Entscheider zum Zeitpunkt der Entscheidung passiert ist. Erfahrene Köpfe im Showbusiness, erfolgreiche Menschen sind das, die diese Entscheidung getroffen haben. Dabei wussten sie, dass man die Euphorie nicht über ein Jahr aufrecht erhalten kann.
Wird da ein Mensch verheizt, oder ist das einfach nur der der Stoff, aus dem im Showgeschäft die Sieger sind?
Die Verlierer werden ja austauschbar. Und die Macher dahinter bleiben auch auf ihren Stühlen sitzen, falls es schief gehen sollte.
Naja, mindestens Abba haben den Grand Prix d’Eurovision de la Chanson mehr als einmal gewonnen. Und eine Chance gibt es immer. Ich wünsche ihr einen Top Ten Platz wie Lena das auch erhofft. Damit blieb das Gesicht gewahrt und die Steine im Weg der weiteren Karriere wären nicht so groß.
Wir werden es alle erfahren - ob wir wollen oder nicht
Ein kleines “Hoppala” passierte am 2.5.11. Unser Server stand leider für einen halben Tag still. Wir werden in den nächsten Tagen auf andere Server umziehen. Es kann also sein, dass wir nochmal für einige Stunden nicht erreichbar sein werden.
Aber dann sind wir wieder da
Sorry und gleichzeitig vielen Dank für Ihr Verständnis
Seit Wochen wird nun schon davon geredet, dass uns die Energiewende eine Menge Geld kosten wird. Ich könnte ja noch verstehen, wenn Lobbyisten versuchen, diese Geschichte unter die Menschheit zu bringen. Ich könnte mir aber, gelinde gesagt, mein Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen, wenn unsere Politiker, allen voran Merkel, Brüderle und Konsorten, in diesen Reigen einstimmen.
Also, fangen wir mal von vorne an: Für Rückbaumaßnahmen hat jedes ordentliche Unternehmen Rückstellungen in der Bilanz gebildet. Diese “Rückstellungen” sind eine gewinnmindernde Position, sparen also Steuern. Alleine aus diesem Grund (falls es nicht die tatsächliche Notwendigkeit der Bildung dieser Bilanzposition gäbe) entsteht Motivation zu deren Bildung.
Rückstellungen sind zu bilden für Verbindlichkeiten, die hinsichtlich ihrer Höhe oder Entstehungszeitpunkts unklar sind, deren Entstehung aber sicher ist. Also bei Maschinenparks, gewerblich genutzten Anlagen etc. auf jeden Fall. Bei Kernkraftwerken zweimal.
Und da die Energielieferanten nicht das Armenhaus der Welt sind, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass diese großzügig genug gebildet wurden.
Das heisst für Otto Normalverbraucher, daß die geplanten Kosten der Stillegung und des Abbaus (nach der veranschlagten Nutzungsdauer) bereits steuermindernd in den Bilanzen der Unternehmen vorweggenommen sein sollten. Auf gut deutsch: Die sind kalkuliert und in den Energiepreisen bereits enthalten.
Warum soll dann also irgendjemand von Otto Normalverbraucher dafür noch einmal bezahlen?
Hat dafür jemand eine einigermaßen plausible Antwort?
Eine gute Social Message und gleichzeitig einen sehr interessanten und fetzigen Clip hat “Desperados” gemacht. Warum der allerdings in manchen Ländern nicht erlaubt ist, kann ich in meiner Einfalt nicht verstehen. Es ist Alkoholwerbung und deshalb in manchen Ländern nicht erlaubt. Ausgerechnet in Frankreich funktioniert er zum Beispiel nicht.
Auf jeden Fall kriegt der von mir mindestens 9 von 10 Coolness Punkten. Schauen Sie doch einfach mal rein. Den Clip kann man hier auf der Seite nicht abbilden, deshalb - einfach HIER klicken.
Zu manchen Meldungen passt einfach die daneben abgebildete Werbung nicht. Unglückliche Zufälle, oder mit ein wenig mehr Nachdenken oder besserer Klassifizierung zu beseitigen?
Das ist so ein cooler Beitrag von Matthias Müller, den ich in der BILD Zeitung gefunden habe. Ich musste echt grinsen. Und da grinsen das Leben schöner macht, ist er hier. Für Sie! :-)
Sebastian Vettel ist gnadenlos überlegen. Wo soll das nur enden? BILD wagt einen (nicht ganz ernst gemeinten) Blick in die Zukunft. • 10. April, Malaysia
Nach Vettels Sieg im Qualifying ändert der Weltverband Fia hektisch die Regeln. Red Bull muss als einziges Team ab sofort E10 tanken. Doch der Motor hält, Vettel siegt.
Schumi wird nur 16., bleibt aber cool: „Das ist Racing.”
• 17. April, Schanghai
Trotz neuer Regelverschärfung (Tempo-30-Zone für Red Bull auf der Start-Ziel-Geraden) gewinnt Vettel. Genervt regt Ferrari-Star Alonso die Gründung einer „Formel 1b” an, in der die chancenlosen Gegner eine eigene WM ausfahren.
Schumi würgt beim Start den Motor ab, bleibt aber cool: „Das ist Racing.” • 8. Mai, Istanbul
Panik bei Bernie Ecclestone wegen sinkender Einschaltquoten und unzufriedener Sponsoren. Der Formel-1-Boss (1,58 Meter/50 Kilo) versteckt sich als Zusatz-Gewicht im Seitenkasten des Red Bull. Vettel siegt trotzdem leicht und locker.
Schumi verfährt sich auf dem Weg zur Box, bleibt aber cool: „Das ist Racing.” • 22. Mai, Barcelona
Vettel gewinnt, obwohl die Gegner mit einer Runde Vorsprung starten dürfen. Die Einschaltquoten stürzen wegen Langeweile unter die 1-Mio-Marke. RTL sendet statt Formel 1 die neue Daily
Soap „Gute Reifen, schlechte Reifen”.
Schumi wird in der 3. Runde überrundet, bleibt aber cool: „Das ist Racing.” • 29. Mai, Monaco
Red Bull wird der Einsatz der Boxen-Crew verboten. Vettel wechselt seine Reifen selber, siegt souverän. Die Fia bricht die Saison frühzeitig wegen Überlegenheit von Vettel ab.
Schumi beendet seine Karriere, verabschiedet sich cool: „Das war Racing.”
Nach Japan schließen immer mehr Menschen Verträge für grünen Strom ab. In Deutschland beträgt der Anteil der regenerativen Energie aber nur rund 17% der Gesamtenergieleistung.
Was passiert eigentlich, wenn mehr Bürger grünen Strom möchten, als im jeweiligen Land zur Verfügung gestellt werden kann? Werden die Anbieter grünen Stroms Verträge ablehnen, werden Sie Energie aus dem Ausland importieren? Letzteres geht vielleicht auch nicht, da die Nachfrage nach grüner Energie dort sicher auch steigen wird.
Oder beschleunigt diese DIREKTE Nachfrage auch die politischen Rahmenbedingungen, Genehmigungsverfahren etc. und damit auch den Wandel von Kernenergie zu alternativen Energieformen?
Im Falle des neuen “Biosprits” E10 haben die deutschen Autofahrer mit ihrem bisherigen Votum gegen das Produkt Raffinerien zum Stillstand gebracht. Warum sollte es denn nicht auch umgekehrt gehen?
Also Leute: Stromverträge überprüfen. Grünen Strom bestellen. Zeigen was wir wollen. Dafür muss man nicht einmal auf die Strasse gehen.
Ach ja: weitersagen nicht vergessen :-)*
Viele Grüße
Stefan Picard
* das sind wir den vielen leidenden Menschen in Japan fast schon schuldig